Donald Trumps protektionistische Politik hat an den Börsen viel Schaden angerichtet. Bergbauunternehmen dürften aber zu den großen Nutznießern des US-Präsidenten zählen.
28.03.2025 | 07:00 Uhr
Die Industrie- und Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten wird von vielen weltweit sehr kritisch verfolgt. Die Aktionäre der Minenunternehmen können dem Treiben des US-Präsidenten dagegen optimistisch entgegensehen. Denn schon bei seiner ersten Trump-Amtszeit haben sich die Aktienkurse der Förderer gut entwickelt. Steigende Metallpreise und niedrigere Energiekosten schufen ein günstiges Umfeld für Bergbauaktien. Ergebnis: Die Kurse diversifizierter Bergbauunternehmen konnten während Trumps Präsidentschaft um rund 49 Prozent und die von Edelmetallförderern sogar 73 Prozent zulegen.
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Und auch für die zweite Amtszeit Trumps stehen die Zeichen für die Konzerne günstig. Dafür sprechen gleich mehrere Gründe. So sehen Trumps wirtschaftspolitische Pläne eine wachstumsorientierte US-Industriepolitik, eine massive Unterstützung des Wohnungsbaus und der Verbesserung der Infrastruktur vor. Auch die Konzentration auf das Binnenwachstum und die Förderung der Energieproduktion wird die Nachfrage nach Kupfer, Nickel, Erz und Co nach oben treiben.
Die Befürchtung einiger Demokraten, dass Trump den Ausbau der erneuerbaren Energien beenden wird, halten die Rohstoffexperten von Baker Steel für übertrieben. So sei eine vollständige Abschaffung des Inflation Reduction Acts durch Trump sehr unwahrscheinlich, da 80 Prozent der Investitionen in die roten Bundesstaaten getätigt wurden, in denen Republikaner das Sagen haben.
Auf der Nachfrageseite dürfte Trumps umstrittene Sicherheitspolitik zu einem weiteren Schub führen. Seine Forderung nach steigenden Verteidigungsausgaben der NATO-Mitgliedsstaaten, aber auch sein fehlendes Treuebekenntnis zum Verteidigungsbündnis angesichts der russischen Bedrohung, lässt die Rüstungsbudgets der NATO-Mitgliedstaaten explodieren. So möchte Großbritannien seine Rüstungsausgaben von derzeit 2,3 auf 3,0 Prozent des BIP bis Anfang 2030er Jahre hochfahren. Und Deutschland will allein 100 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen, um seine Verteidigungsfähigkeit zu stärken. Die Rüstungsindustrie, die sowohl Industrie- als auch Spezialmetalle benötigt, wird ihr Auftragsvolumen bei den Bergbauunternehmen daher in den kommenden Jahren drastisch steigern müssen, um ihre Ziele zu erreichen.
Auf der Angebotsseite möchte die Regierung Trump gleichzeitig die Rohstoffabhängigkeit der Vereinigten Staaten reduzieren. So sind die USA bei verschiedenen Metallen immer noch vollständig von Importen abhängig, darunter Seltene Erden und andere Metalle, die für die Branchen Elektronik, sauberer Energie und Verteidigung unerlässlich sind. Angesichts der gestiegenen Besorgnis der politischen Entscheidungsträger über die wirtschaftliche Herausforderung der USA durch China gehen die Experten von Baker Steel davon aus, dass Trump 2.0 die Schwachstellen in den vom Ausland abhängigen Lieferketten verringern wird. So sollen die Genehmigungsverfahren für die US-Rohstoffindustrie beschleunigt und der bürokratische Aufwand abgebaut werden.
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Von der bergbaufreundlichen Politik des Weißen Hauses dürften US-Bergbaukonzerne wie Newmont und Agnico-Eagle aber auch Rio Tinto, BHP, Antofagasta, Freeport-McMoRan und Barrick Gold mit starkem US-Geschäft profitieren. Der neue US-Innenminister Doug Burgum hat seine Unterstützung im Auftrag Trumps sehr deutlich gemacht. „Wenn wir „Drill, Baby, drill“ wollen, müssen wir auch „Mine, Baby, mine‘,“ erklärte Burgum auf einer Rohstoffkonferenz vor wenigen Tagen.
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