DONNER & REUSCHEL: Mumm Briefing zum Wochenausklang

Weltweit befinden sich viele Unternehmen in einem tiefgehenden Strukturwandel, nachdem der Klimawandel sowie demografische, geo- und handelspolitische Entwicklungen das Geschäftsumfeld drastisch und schnell verändern.

06.09.2024 | 12:05 Uhr

Als exportorientierte Volkswirtschaft steht Deutschland im Brennpunkt dieser Transformation. Entsprechend haben einige deutsche Unternehmen besonders große Herausforderungen zu meistern.

  • Beispielhaft dafür ist die Situation von Volkswagen. Das Inaussichtstellen von Werkschließungen wirkt wie ein Tabubruch, ist aber angesichts der jahrelang andauernden Schwierigkeiten und sich immer stärker zugespitzten Lage der deutschen Automobilindustrie keine Überraschung. Unternehmen werden sich angesichts der rasanten Veränderung von gesellschaftlichen Normen, politischen Vorgaben und der internationalen Arbeitsteilung neu erfinden müssen.
  • Wer in diesem Prozess zu langsam agiert oder grundlegende strategische Entscheidungen falsch trifft, kann im Strudel der Veränderung untergehen. In einem Umfeld dynamischen Wachstums der Weltwirtschaft bis zur Coronakrise, konnten Schwächen in der geschäftspolitischen Aufstellung kaschiert werden. Angesichts des schwachen Wachstums in China, der konjunkturellen Abkühlung in den USA und der abhandengekommenen Zuversicht in Deutschland – wodurch Investitionen und Konsum ausgebremst werden – verknappen sich die Reserven bei vielen Unternehmen. Entsprechend dürften die Insolvenzzahlen weiter ansteigen, bis eine konjunkturelle Erholung wirksam wird und die Zinsen deutlich sinken. Der konjunkturelle Aufschwung n Deutschland verschiebt sich allerdings und dürfte schwächer als erhofft ausfallen. So hat das Kiel Institut für Weltwirtschaft die Wachstumsprognose für 2024 auf -0,1 % gesenkt und für 2025 auf 0,5 % halbiert.
  • Immerhin sind im September sowohl von der EZB als auch vonseiten der Fed Leitzinssenkungen wahrscheinlich und auch Finanzierungskonditionen bei längeren Laufzeiten dürften – im Zuge nachgebender Inflationsraten – sinken. Zudem sollte die US-Volkswirtschaft eine Rezession vermeiden können – dieser erzwungene Wandel bietet allerdings auch die größte Chance, da Kapital in die ertragreichste Verwendung allokiert wird. Diese ist bei innovativen und dynamischen Unternehmen mit zukunftsfähigen Geschäftsmodellen zu finden. Bis der Prozess in Kraft tritt, wird Deutschland noch ein schwaches Wachstumspotenzial aufweisen.


Ansprechpartnerin bei Presseanfragen:

Eva Fiedler
GFD Finanzkommunikation
Telefon: +49 (0)160 9750 3301
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