Zwanzig Prozent der Deutschen würde Kleinbeträge von Smartphone
zu Smartphone übertragen. Und jeder Dritte glaubt, dass Peer-to-Peer-Systeme in
einigen Fällen Bargeld ersetzen können. Anbieter können die wenigsten nennen.
Der häufigste Grund für die Ablehnung neuer Zahlungsmethoden ist die Sorge um
die Sicherheit der Transaktionen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle
Befragung des Meinungsforschungsinstituts Bitkom.
Kleinstbeträge mit dem Smartphone zu übertragen – an diese Idee
kann sich die große Mehrheit der Bundesdeutschen bisher nicht gewöhnen. Mehr
als die Hälfte der Befragten (51%) gaben an, die bezahlung mit dem Smartphone
lehnten sie kategorisch ab. Zu dieser Gruppe kommen noch einmal 25%, die es
sich „eher nicht“ vorstellen können. Dennoch steigt die Zahl derjenigen, die
diese Zahlungslösung präferieren im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozentpunkte
auf jetzt 20% an. „Wir erleben gerade, wie sich unsere Finanz- und
Bankenlandschaft und damit auch das Bezahlverhalten der Bürger grundlegend
verändern“, kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg die Entwicklung. „Auch wenn
uns in Deutschland das Bargeld sicher noch etliche Jahre erhalten bleibt, das
Smartphone wird immer mehr die Rolle der Geldbörse übernehmen“, ist sich Berg
sicher.
Neue Technologien sind sicher
Gestützt werden die Prognosen des Präsidenten von den
Befragungsergebnissen. So meint fast jeder Zweite (45%), dass die Zahlung mit
dem Handy Zahlungen von Kleinstbeträgen innerhalb des eigenen Bekanntenkreises erleichtern
würden. Und mehr als ein Drittel der Umfrageteilnehmer hält die digitale Zahlung
für eine zukunftsträchtige Alternative zum Bargeld.
Trotz dieser Einschätzung fehlt weitläufig die Kenntnis von
gängigen Banking-Apps. Die große Mehrzahl der Befragten (80%) gibt an, keine
entsprechenden Anwendungen zu kennen.
Dass dennoch nur eine Minderheit digitale Zahlungen via
Smartphone den Vorzug gibt, liegt auch daran, dass es große Vorbehalte
bezüglich der Sicherheit gibt. Fast zwei Drittel (64%) fehlt das Vertrauen in
die Technologie. Angesichts immer wieder auftretender Sicherheitslücken eine
nachvollziehbare Sichtweise. Erst Anfang des Jahres wurde eine Riesen-Sicherheitslücke in zahlreichen Banking-Apps festgestellt. Die Apps konnten sich unbemerkt hacken lassen. Berg kann die Sorge nicht teilen. Das
Smartphone biete verglichen mit anderen Zahlmöglichkeiten ein Höchstmaß an
Sicherheit, da der Bezahlvorgang durch biometrische Merkmale wie Fingerabdruck
oder Face-ID sichern und Missbrauch wirksam geschützt sei, argumentiert Berg.
Dass Banking nur mit einer gesonderten App durchgeführt
werden kann, sehen allerdings nur sehr wenige Menschen kritisch. Nur 13%
wünschen sich eine Banking-Funktion für ihren Messenger wie Whatsapp.
Bitkom befragte rund 1000 Bundesbürger über 14 Jahre nach
ihren Zahlungspräferenzen.
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