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Neuer Seahawk-Fonds: Mehr Ertrag mit weniger Risiko

Benedikt Schröder
Interview

Benedikt Schröder verrät, wie der Seahawk Credit Opportunities Fonds den Spagat zwischen hoher Ertragskraft und moderatem Risiko meistert – mit ungerateten Bonds und spezialisierten Brancheninvestments.

04.02.2025 | 14:30 Uhr von «Jörn Kränicke»

TiAM FundResearch: Herr Schröder, wo liegen die Vorteile des jüngst aufgelegten Seahawk Credit Opportunities (ISIN: LU2846853856), der vor allem in die Sektoren Transport, Energie und Versorger investiert, gegenüber einem breit gestreuten High-Yield-Fonds?

Benedikt Schröder: Zum einen haben wir hier einen spezifischen Fokus, der einerseits ein Alleinstellungsmerkmal ist und andererseits ein Vorteil. Wir haben nicht einfach ein Themenprodukt aufgelegt, sondern bringen durch die enge Verbindung mit unserem Mutterunternehmen Transport Capital echte Expertise in den Bereichen Schifffahrt, Luftfahrt und Infrastruktur mit. Diese Expertise erlaubt es uns, in sehr zyklischen Segmenten sicher zu navigieren. Ein weiterer Vorteil ist das aktuelle Marktumfeld. Makroökonomisch und zinsseitig befinden wir uns in einer attraktiven Phase, in der Risikoprämien auf einem ansprechenden Niveau sind. Unser Ansatz ermöglicht eine Income-Strategie mit einem deutlich höheren ordentlichen Ertrag, als er in Standard-High-Yield-Fonds üblich ist.

Wie hoch ist dieser ordentliche Ertrag im Vergleich zu gängigen High-Yield-Fonds?

Schröder: Wir planen in unserem Zielportfolio auf durchschnittlich 1,5 Prozentpunkte mehr als Standard-High-Yield-Fonds zu gelangen. Während gängige ETFs, wie der iShares-ETF, weniger als sechs Prozent ordentlichen Ertrag jährlich erzielen, kommen wir dann auf über 7 Prozent. Wir planen etwa 6 bis 6,5 Prozent auszuschütten, was ebenfalls attraktiv ist. Dies erreichen wir durch die Auswahl von Anleihen, die in klassischen High-Yield-Portfolios nicht enthalten wären, darunter auch ungeratete Bonds.

Wie stabil ist Ihr Renditeziel von sechs bis acht Prozent?

Schröder: Wir rechnen damit, diese Spanne erreichen zu können, da der hohe Kuponertrag einen stabilen Ertragsanker bildet. Selbst wenn die Renditen am Markt in den nächsten Jahren sinken, sollten wir unser Ziel nach Kosten erreichen können – sowohl für institutionelle als auch für Retail-Investoren.

Aber ungeratete Bonds klingen risikoreich. Wie gehen Sie mit diesen um, und welche Rolle spielen sie im Portfolio?

Schröder: Unrated bedeutet nicht automatisch Junk. Wir haben eine interne Rating-Methodologie entwickelt, um diese Titel genau zu bewerten. Einige dieser Anleihen könnten Investment-Grade-respektive Crossover-Niveau erreichen, wenn sie geratet wären. Oft handelt es sich um kleinere Emissionen mit einer Größe von 100 bis 250 Millionen Euro. Diese Anleihen bringen eine Liquiditätsprämie mit, die sich positiv auf den Coupon auswirkt. Im Portfolio machen sie 20 bis 25 Prozent aus.

Wie sieht es mit der Liquidität solcher Titel aus? Lassen sich diese im Zweifel gut kaufen oder verkaufen?

Schröder: Die Liquidität ist begrenzt, aber diese Titel sind keineswegs unverkäuflich. Wir arbeiten mit spezialisierten Brokern, die einen Markt für solche Anleihen schaffen. Zudem begrenzen wir die Positionen pro Titel, so dass wir flexibel bleiben. Allerdings werden diese Anleihen nicht in gängigen Indizes wie iBoxx oder ICE aufgenommen, was sie aus Sicht vieler Asset-Manager uninteressant macht. Das ist aber ein Vorteil für uns.

Wie viel Prozent des Portfolios sind in Indizes enthalten?

Schröder: Etwa 70 bis 80 Prozent des Portfolios bestehen aus Titeln, die in Subindizes wie US-High-Yield oder Euro-High-Yield enthalten sind. Der Rest verteilt sich auf Corporate-Hybrids und ungeratete Bonds.

Wie viele Titel umfasst der Fonds insgesamt?

Schröder: Im Schnitt halten wir 60 Titel, bei einer Zielgröße von 50 bis 80 Titeln. Wir setzen bewusst auf Konzentration, da wir uns nur auf drei bis vier Sektoren wie Energie, Versorger, Transport und verwandte Bereiche fokussieren.

Wie groß ist Ihr Investmentuniversum insgesamt? In welchem Rahmen können Sie agieren?

Schröder: Unser Investmentuniversum ist tatsächlich ziemlich groß. Um genau zu sein, sprechen wir von etwa 1000 Titeln, die wir potenziell einbeziehen könnten. Der Marktwert beträgt insgesamt rund 850 bis 900 Milliarden US-Dollar, was etwa das Dreifache des europäischen High-Yield-Marktes beträgt. Unser globaler Ansatz erlaubt uns, nicht nur europäische oder US-amerikanische Werte zu berücksichtigen, sondern auch bis zu zehn Prozent Emerging Markets einzubeziehen – allerdings mit klaren Ausschlüssen wie China, Russland oder Nordkorea. Beispielsweise schauen wir uns Unternehmen aus Mexiko oder Brasilien an – speziell im Öl- und Gassektor.

Wie stark gewichten Sie einzelne Titel?

Schröder: Die typische Gewichtung liegt zwischen ein und drei Prozent pro Titel. Drei Prozent sind dabei eher die Ausnahme und nur für besonders solide Emittenten vorgesehen, die ein attraktives Risiko-Rendite-Verhältnis bieten.

Wie sieht es mit der Konkurrenz bei Neuemissionen aus? Kommen Sie problemlos an die gewünschten Zuteilungen?

Schröder: Im Nordic Bond Markt, wo viele Neuemissionen aus unseren bevorzugten Branchen durchgeführt werden, ist die erfreulich unkompliziert. Da bekommen wir meistens das zugeteilt, was wir gezeichnet haben. In den USA ist das etwas schwieriger, aber insgesamt haben wir keine großen Probleme auch dort zum Zug zu kommen.

Bleiben die Anleihen im Portfolio bis zum Ende ihrer Laufzeit, oder haben Sie einen hohen Portfolioumschlag?

Schröder: Das hängt stark von den Gegebenheiten am Primärmarkt ab. Es gibt ein Basisportfolio, das langfristig gehalten wird, um stabile Erträge zu sichern. Wenn es jedoch attraktive Neuemissionen gibt, könnte der Umschlag höher ausfallen. Das schwankt also je nach Marktlage, besonders wenn wir Sondersituationen sehen. Trotzdem achten wir stets darauf, eine stabile Ausschüttung für unsere Investoren zu gewährleisten.

Sie setzen auch CDS ein. Tun Sie das regelmäßig oder nur situativ?

Schröder: Sowohl als auch. CDS nutzen wir, um das Risiko zu steuern, etwa durch Cross-Index-Trades oder als Absicherung bei Marktverzerrungen. Darüber hinaus setzen wir sie ein, um synthetisch höhere Erträge zu erzielen, indem wir einzelne Titel-CDS ins Portfolio nehmen.

Haben Sie ein festes Ziel für die Volatilität des Fonds?

Schröder: Ein festes Ziel gibt es nicht, aber wir streben eine Volatilität von zwei bis drei Prozent an. Unsere Strategie fokussiert sich auf Unternehmensanleihen und Spreadrisiken, nicht auf Zinsrisiken. Daher halten wir die Duration tief und sichern Währungsrisiken vollständig ab, was die Volatilität weiter senkt. Im Vergleich zu klassischen High-Yield-Märkten haben wir so eine risikoärmere Strategie mit einem höheren ordentlichen Ertrag.

Welche Art von Investoren möchten Sie mit Ihrem Produkt ansprechen? Eher institutionelle Anleger oder auch den Retailmarkt?

Schröder: Beides. Aktuell haben wir eine Retail-Tranche in Euro und auch eine für institutionelle Seed-Investoren, die sich in der Anfangsphase engagieren. Langfristig sehen wir das Produkt aber auch für den Retailmarkt als sehr interessant an. Es ist kein Standardprodukt, da wir keine Benchmark haben, aber unser aktives Risikomanagement und der moderate Risikoindikator machen es auch für Retail-Investoren attraktiv.

Wie ist bislang die Nachfrage der Investoren?

Schröder: Das Interesse ist bereits da und wir haben viele positives Feedback erhalten. Viele sehen den aktuellen Zeitpunkt für diese Strategie als günstig an, da wir uns in einem Umfeld von potenziell sinkenden Zinsen befinden.

Zur Person: Benedikt Schröder stieß im April 2024 als Senior Portfolio Manager zum Team der Seahawk Investments GmbH. Seine Expertise liegt besonders im Bereich der High Yield Anleihen, welche er bei der Entwicklung eines neuen Fondskonzepts im Sektor Energie und Transport einbringt. Benedikt ist seit 2014 in der Investmentbranche tätig und hat mehrere Jahre Erfahrung als Portfolio Manager und Analyst mit Fokus auf Credit. Er arbeitete u.a. für Lazard Asset Management in Frankfurt und Bantleon in Zürich.


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