DONNER & REUSCHEL: Mumm kompakt - Inflation in der Eurozone entwickelt sich wie von der EZB erwartet
Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL
Volkswirtschaft
Die Inflation in der Eurozone entwickelt sich wie von der EZB erwartet und dürfte im Laufe des Jahres zum Inflationsziel von 2 Prozent zurückkehren.
31.01.2025 | 06:08 Uhr
Die bis zuletzt überdurchschnittliche hohe Inflation bei
Dienstleistungen dürfte sich künftig durch ein geringeres Lohnwachstum und
einen zunehmenden Margendruck bei Unternehmen relativieren. Gleichzeitig wird
das aktuelle Zinsniveau als restriktiv bezeichnet und erkannt, dass
Refinanzierungen aktuell immer noch mit höheren Kosten einhergehen.
Zusammen mit dem Bild einer nur schwachen Konjunkturerholung
in der Eurozone, ist der Weg für weitere Leitzinssenkungen in den kommenden
Monaten geebnet. Wir gehen von einem Einlagenzins von 2,0 Prozent am Jahresende
aus.
Damit dürften auch Renditen von Staatsanleihen bei längeren
Laufzeiten kurzfristig sinken, allerdings weniger stark als notenbankinduziert
am kurzen Laufzeitende. Der Euro dürfte schwach tendieren und Aktien sowie
Edelmetalle durch die Zinsbewegung unterstützt bleiben.
Das Leitzinsszenario würde sich nur ändern, wenn die
Konjunktur in Europa deutlich positiv überraschen könnte. Auslöser dafür
könnten konkret absehbare Strukturreformen zur Ertüchtigung des Standorts durch
eine neue Bundesregierung bzw. die neue EU-Kommission oder ein absehbares Ende
der Kampfhandlungen in der Ukraine sein.
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