AB: Ausblick 2025 für Multi-Asset Income-Strategien – Breiter ist besser
Wir erwarten 2025 mehr Chancen für Income-Anleger. Wegen der eher unsicheren zweiten Jahreshälfte ist aber ein dynamischer Ansatz angebracht.06.01.2025 | 06:50 Uhr
Die Inflation ist 2024 weltweit langsam in Richtung der Ziele der Zentralbanken gesunken und hat damit den Weg für die lang erwarteten Leitzinssenkungen frei gemacht. In einem unerwartet freundlichen Wachstumsumfeld entwickelten sich Aktien, angeführt von einer kleinen Gruppe von Überfliegern aus den USA, überdurchschnittlich gut. Dank sich verengender Spreads und der attraktiven Carry waren Unternehmensanleihen ein Lichtblick unter den festverzinslichen Wertpapieren. Die Märkte für Staatsanleihen blieben jedoch volatil. Trotz der beginnenden Lockerungsmaßnahmen sind die Renditen längerfristiger Anleihen letztendlich gestiegen, da das Wachstum überraschend gut ausfiel und die Anleger sich auf eine möglicherweise expansive US-Haushaltspolitik einstellten.
Auf kurze Sicht gehen wir davon aus, dass dieses Umfeld Bestand hat, und bleiben optimistisch in Bezug auf Multi-Asset-Income-Strategien. Zunehmende geopolitische Spannungen und Ungewissheiten im Zusammenhang mit der künftigen Politik der neuen US-Regierung sorgen jedoch dafür, dass das Bild sich weiter eintrübt. Daher wird ein wachsames Auge vonnöten sein.
Die Welt macht sich für einen politischen Kurswechsel in den USA bereit
Dank eines anhaltend robusten Konsums, steigender Löhne und des starken Dienstleistungssektors blieben die Fundamentaldaten der US-Wirtschaft im Laufe des Jahres 2024 solide. Wir können keinen Grund erkennen, warum sich diese Dynamik Anfang 2025 umkehren sollte, solange es nicht zu einem externen Schock kommt. Was die zweite Jahreshälfte bereithält, ist in unseren Augen weniger gewiss.
Aus dem klaren Wahlsieg der Republikaner in den USA ergeben sich aus unserer Sicht zwei mögliche Narrative: Einerseits könnten mögliche Steuersenkungen und eine weniger strenge Regulierung von Schlüsselbranchen für einen Anstieg der Produktivität und des Bruttoinlandsprodukts in den USA sorgen. Andererseits könnten die in Aussicht gestellten Maßnahmen in der Handels- und Immigrationspolitik das Risiko erhöhen, dass das Umfeld stärker in Richtung einer Stagflation tendiert.
Anhaltspunkte liefert der Blick zurück in das Jahr 2016, jedoch sieht sich die neue Regierung mit ganz anderen makroökonomischen und Marktbedingungen als damals konfrontiert – unter anderem aufgrund höherer Marktbewertungen und des geringeren fiskalpolitischen Spielraums (Abbildung).
Was 2025 bringen wird, ist zwar ungewiss, aber für uns ist eines klar: Der „Amerikanische Exzeptionalismus“ wird wahrscheinlich weiter andauern und die Entkopplung der Wirtschaftsleistung und der Geldpolitik von anderen Regionen wird sich fortsetzen.
2025 bietet günstiges Umfeld für risikoreiche Anlagen – aber entscheidend ist die Titelauswahl
Wir erwarten 2025 ein Umfeld mit passablem Wirtschaftswachstum,
fallender Inflation und einer Normalisierung der Geldpolitik. Dies
dürfte sowohl risikoreichen Anlagen wie Aktien und Unternehmensanleihen
als auch Staatsanleihen – allesamt wichtige Bestandteile einer
Multi-Asset-Income-Strategie – Unterstützung bieten.
Allerdings halten wir nach der ausgeprägten Rally von Aktien und
Unternehmensanleihen in den letzten Jahren die Preise in vielen
Marktsegmenten für äußerst optimistisch. Dies könnte die Auswirkungen
potenzieller Marktvolatilität verstärken, weshalb ein selektiver Ansatz
nun wichtiger denn je ist.
US-Aktien erscheinen am attraktivsten, aber es empfiehlt sich, darüber hinauszublicken
Nach unserem Dafürhalten dürften Aktien ihre Entwicklung fortsetzen,
wenn die Wirtschaft nicht einbricht. Derzeit sehen wir mehr Chancen bei
US-Unternehmen als in anderen Industrieländern. Sie sind zwar höher
bewertet, aber wir erwarten, dass US-Unternehmen Rückenwind durch die
anhaltende KI-Entwicklung, höhere Gewinne und eine mögliche Lockerung
des Regulierungsumfelds erhalten. Darüber hinaus haben sich US-Aktien,
außer während Rezessionen, in der Vergangenheit im Anschluss an
Zinssenkungen durch die Fed immer gut entwickelt (Abbildung).
Wir erwarten, dass US-Aktien einen Gewinnvorsprung gegenüber vergleichbaren globalen Unternehmen haben werden und dass sich das Gewinnwachstum stärker über die US-Unternehmen verteilt. Die sogenannten „Glorreichen Sieben“ haben zwar immer noch gute Voraussetzungen, um überdurchschnittliche Gewinne zu erzielen, aber der für 2025 erwartete Vorsprung gegenüber dem Rest des Marktes ist geschrumpft und wird Prognosen zufolge auf dem niedrigsten Stand der letzten sieben Jahre liegen (Abbildung).
Wir erwarten, dass diese Ausweitung des Potenzials am Markt solchen Multi-Asset-Income-Strategien zugutekommt, die den nötigen Spielraum für eine Diversifizierung auf den Aktienmärkten haben – insbesondere in Bereichen wie dividendenstarken Titeln und Titeln mit minimaler Volatilität, wo die Bewertungen eher vertretbar sind.
Aus taktischerer Sicht sehen wir attraktive Gelegenheiten in US-Small-Cap-Aktien. Da Kleinunternehmen tendenziell stärker auf ihren Heimatmarkt ausgerichtet sind, könnten sie überproportional vom Kurs der neuen Regierung, bei dem die USA selbst im Mittelpunkt stehen, und von den erwarteten Senkungen der Körperschaftssteuer profitieren. Darüber hinaus weisen die Bilanzen von Small-Cap-Unternehmen in der Regel auch eine höhere Fremdfinanzierung auf, was ihnen zusätzlichen Rückenwind bescheren könnte, wenn sich die Zinssätze normalisieren.
Festverzinsliche Anlagen: Fokus auf hoher Qualität
Während die Kreditspreads im historischen Vergleich betrachtet teuer erscheinen, bleiben die Gesamtrenditen sehr attraktiv. Hochwertige Investment-Grade-Anleihen sind aus unserer Sicht attraktiv positionierte Ertragsquellen für Multi-Asset-Strategien und besitzen auch dann das Potenzial für solide Gesamterträge, wenn ein deutlicher Renditerückgang ausbleibt (Abbildung).
Wir halten Investment-Grade-Anleihen auch aus Sicht des Risikomanagements für attraktiv. Eine harte Landung ist zwar nicht unser Basisszenario, sie dürfte aber Investment-Grade-Anleihen zu einer starken Wertentwicklung verhelfen, denn ein Renditerückgang würde die Spreadausweitung mehr als wettmachen.
Die Fundamentaldaten der Unternehmen sind allgemein weiterhin stark, und wir gehen nicht von einer deutlichen Verschlechterung der Kreditqualität im kommenden Jahr aus. Die Spreads sind eng, aber sie haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie eine Zeitlang in einer engen Spanne verharren können, und überdies könnten sie von der Anlegernachfrage profitieren, wenn die Kassakurse weiter fallen.
Verlängerung der Duration, aber Positionierung für eine Versteilerung der Renditekurve
Wir halten es ebenfalls für ratsam, 2025 die Duration bzw. Zinssensitivität zu erhöhen, was in der Regel über ein verstärktes Engagement in Staatsanleihen erreicht wird. Außerdem erscheint der Einstiegspunkt verlockend: Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries hat den 3-monatigen Kassakurs, gemessen an der Rendite 3-monatiger US-Treasuries, zum ersten Mal seit 2022 übertroffen.
Auch wenn wir erwarten, dass die Renditen allgemein abwärts tendieren
werden, könnten die Sorgen des Marktes mit Blick auf steigende
US-Haushaltsdefizite und eine höhere Inflation bedeuten, dass sie im
längeren Laufzeitensegment noch längere Zeit höher bleiben. Da die
Renditekurve außerdem in Lockerungszyklen dazu neigt, steiler zu werden,
halten wir derzeit das Risiko-Rendite-Verhältnis im kürzeren bis
mittleren Laufzeitensegment (zwei bis zehn Jahre) für günstiger.
Alles in allem erwarten wir, dass die USA dank eines stärkeren
wirtschaftlichen Umfelds, Maßnahmen zur Deregulierung und einer
potenziell unternehmensfreundlicheren Regierung den Markt weiterhin
anführen werden. Während die Aktienbewertungen wieder auf dem Niveau von
2021 sind, erscheinen die Anleiherenditen angemessener. Zudem bieten
sie einen großen Puffer für den Fall weiterer geldpolitischer
Lockerungen.
Ferner erwarten wir, dass die Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen nach unten tendieren. Dies dürfte eine zusätzliche Dynamik verstärken, die die risikobereinigten Erträge von Multi-Asset-Income-Strategien stützen könnte. Ein weiterer Schlüsselfaktor wird die Diversifizierung hinsichtlich Anlagestilen, Sektoren und Faktoren innerhalb von Anlageklassen sein – vor allem, wenn die Risiken einer Stagflation im Jahresverlauf zunehmen sollten.
Aus unserer Sicht profitieren Multi-Asset-Income-Strategien weiterhin von einem günstigen Umfeld, um sowohl Rendite als auch Aufwärtspotenzial zu generieren. Wie immer wird jedoch ein flexibler und dynamischer Ansatz entscheidend sein, wenn sich die Chancen 2025 breiter verteilen.
In diesem Dokument zum Ausdruck gebrachte Meinungen stellen keine Analysen, Anlageberatungen oder Handelsempfehlungen dar, spiegeln nicht unbedingt die Ansichten aller Portfoliomanagementteams bei AB wider und können von Zeit zu Zeit überarbeitet werden.
Dies ist eine Marketing-Anzeige. Diese Informationen werden von AllianceBernstein (Luxemburg) S.à.r.l. gegeben, einer im Luxemburger Handels- und Unternehmensregister (R.C.S.) eingetragenen Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Luxemburg B 34 305, 2-4, rue Eugène Ruppert, L-2453 Luxemburg. AllianceBernstein S.à.r.l. unterliegt der Aufsicht durch die Aufsichtskommission des Finanzsektors (CSSF). Dies wird nur zu Informationszwecken angegeben und ist nicht als Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf eines Wertpapiers oder einer sonstigen Anlage zu verstehen. Die hier geäußerten Ansichten und Meinungen basieren auf unseren internen Prognosen und geben keine zuverlässigen Hinweise auf die zukünftige Marktperformance. Die Fondsanlagen können an Wert gewinnen und verlieren, und es kann vorkommen, dass die Anleger nicht den vollen angelegten Betrag zurückerhalten. Die Performances der Vergangenheit bieten keine Gewähr für zukünftige Ergebnisse.
Diese Informationen richten sich lediglich an Privatpersonen und sind nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.
© 2025 AllianceBernstein L.P.