Größe, Finanzstärke und technologische Kompetenz sind nach
Ansicht der Studienautoren entscheidend für den Erfolg im dynamischen
Wettbewerb der Maklerdienstleister. Einige wenige umfassend aufgestellte
Anbieter mit hoher IT-Kompetenz werden sich durchsetzen. „Wir sind in der
Play-off-Runde, in der sich wenige digitale One-Stop Shops für das Endspiel
positionieren“, erklärt Dr. Dietmar Kottmann, Partner bei Oliver Wyman und
Studienleiter.
Die Umfrage deckt 90 Prozent des Marktes ab
Die AssCompact Trendstudie kombiniert umfassende
Marktanalysen mit den Perspektiven der führenden Poolchefs. Für die
quantitativen Auswertungen untersuchten die Autoren die Geschäftszahlen der 30
größten Anbieter seit 2018 und deckten damit rund 90 Prozent des Marktes ab.
„Unternehmerischer Erfolg spiegelt sich immer auch in den Bilanzen wider“,
erläutert Klaus-Jürgen Baum, Inhaber von KJB Consulting und Mitautor der
Studie.
Zusätzlich wurden Unternehmensvertreter ausführlich befragt,
was Konsens- und Dissenthemen sowie Abweichungen der Autoren vom Mehrheitsbild
beleuchtet. „Die Antworten mancher Teilnehmer erinnern stark an das Pfeifen im
Walde“, so Baum.
Konzentration nimmt weiter zu
Die Konzentration im Markt hat sich weiter verstärkt: Eine
Spitzengruppe, darunter Anbieter wie blau direkt, DEMV, Fonds Finanz, Jung DMS
& Cie und VEMA, vereint über 60 Prozent des Marktvolumens, beim EBITDA
sogar fast 80 Prozent. Als Haupttreiber dieser Entwicklung identifizierten die
Autoren den Netzwerkeffekt und den Technologieeffekt. Neu hinzugekommen sind
der Finanzinvestoreneffekt, der Demographieeffekt und der
Versichererstrategieeffekt.
Konzentration ist nichts schlechtes
„Konzentration ist per se nichts Schlechtes, sie zeigt die
steigende Leistungsfähigkeit der führenden Anbieter“, sagt Baum. Entscheidend
wird sein, wie diese Anbieter ihre Marktmacht nutzen und ob sie ihre
Unabhängigkeit bewahren können, ergänzt Kottmann.
Überleben kleine und mittlere Anbieter?
Ausblick: Für Top-Anbieter und Spezialisten bleibt der Markt
attraktiv und werden laut der Studie ihren Vorsprung ausbauen. Für viele kleine
und mittlere Anbieter hingegen wird die Entwicklung eines
Alleinstellungsmerkmals zur Überlebensfrage. „Zwischen den Stühlen“ wird es
eng, prognostiziert Kottmann. Unter diesen Marktteilnehmern sieht er das größte
Potenzial für die erwartete Marktkonsolidierung - eine Vorhersage, die übrigens
von der Mehrzahl der Poolchefs geteilt wird, auch wenn natürlich keiner von
ihnen zu den Konsolidierungskandidaten gezählt werden will. (jk)
Weitere
Infos zur Studie finden Sie hier
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