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Bitcoin-Absturz: „Gut möglich, dass wir den Tiefpunkt der Korrektur gesehen haben“

Dr. Alex von Frankenberg
Krypto-Währungen

Der Bitcoin-Preis ist nach seinem Rekordanstieg eingebrochen. Dr. Alex von Frankenberg, Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds (HTGF), prophezeit im TiAM FundResearch-Interview eine kräftige Erholung der Kryptowährung.

01.04.2025 | 10:30 Uhr von «Peter Gewalt»

TiAM FundResearch: Was sind die Gründe, dass Bitcoin und andere Kryptos so unter Druck gekommen sind?

Dr. Alex von Frankenberg: Bitcoin befindet sich innerhalb des Bullenmarkts in einer üblichen und normalen Konsolidierungsphase. Ähnliches haben wir im vergangenen Jahr zwischen März und Oktober in einem Preisrange von 50.000 bis 65.000 Dollar gesehen. Immerhin war im letzten Quartal 2024 der Preis aus dieser Range mehr als 50 Prozent auf über 100.000 Dollar gesprungen. Da sind Konsolidierungsphasen nicht nur normal, sondern auch sehr gesund. Relativ zu sehr vielen anderen Kryptowährungen entwickelt sich Bitcoin sehr gut. Leider zeigt sich, dass der Hype bei vielen Kryptowährungen einfach verschwindet und nachhaltige Geschäftsmodelle nicht gefunden werden können. Daher entwickeln sich diese relativ zu Bitcoin schwach.

Wie tief kann der Bitcoin-Kurs noch fallen. Gibt es eine Art Unterstützungslinie?

Die Zukunft ist ungewiss, natürlich können die Preise noch fallen. Bei schlechten Nachrichten, beispielsweise wenn die strategischen Bitcoinreserven doch nicht entstehen würden oder gar Microstrategy anfangen würde zu verkaufen, auch erheblich. Innerhalb von Bullenmärkten gab es wiederholt Korrekturen um die 30 Prozent. Ohne besonders schlechte Nachrichten ist es gut möglich, dass wir den Tiefpunkt der Korrektur gesehen haben. Der Widerstand bei rund 65.000 Dollar aus dem letzten Jahr ist wahrscheinlich jetzt eine stabile Unterstützung.

Was spricht für eine Erholung der Kurse?

In den letzten Jahren korreliert Bitcoin eng mit der rund zwei bis drei Monate zeitversetzten weltweiten Entwicklung der M2 Geldmenge. Wenn diese Korrelation erhalten bleibt, wird Bitcoin ab April wieder Richtung 100.000 Dollar steigen. Das Gleiche gilt, wenn die Technologiewerte an den Börsen Ihre Korrektur beenden. Es spricht aus heutiger Sicht mehr für eine positive Entwicklung als dagegen.

Wann könnte diese erfolgen? Was könnte der Katalysator dafür sein?

Letztlich ist es die Nachfrage, die Kurse treibt. Ein sehr großer Katalysator wäre natürlich, wenn die US-Bundesregierung oder einzelne Staaten tatsächlich anfangen, Bitcoin zu kaufen. Oder eine oder mehrere relevante Notenbanken. Der tschechische Notenbankpräsident hatte das ja angekündigt. Wahrscheinlich kaufen mehr Unternehmen im Hintergrund als bekannt wird. Letztlich sind es sehr vielfältige Netzwerkeffekte, die die Nachfrage immer weiter und dauerhaft unterstützen.

Wo sehen Sie mittelfristig (3-5 Jahre) den Bitcoin-Preis

Die Rahmenbedingungen sind unverändert: Weltweit wächst die Geldmenge, Bitcoin ist unveränderbar begrenzt. Mehr Geld trifft auf ein begrenztes Angebot. Das treibt die Nachfrage auch bei anderen begrenzten Gütern wie Gold, top Immobilien oder top Aktien. Deswegen wird sich die positive Preisentwicklung von Bitcoin in dieser Dekade fortsetzen. Bitcoin wird sich als Assetklasse weiter entfalten, sich Gold annähern und Anfang der Dreißiger Jahre Gold einholen. Dies würde – natürlich abhängig von der weiteren Entwicklung des Goldpreises – einen hohen sechsstelligen und irgendwann auch siebenstelligen Bitcoin Preis bedeuten. Die einzige echte Bedrohung für Bitcoin ist eine solide Finanzpolitik der Staaten. Schon die alten Römer haben vor 2000 Jahren Geld gedruckt, in dem sie den Goldgehalt der Münzen reduziert haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Gelddruckorgien enden, ist Null. Das sehen wir gerade ganz aktuell in Deutschland. Das heißt, Bitcoin wird – manchmal auch mit sehr starken Schwankungen – immer weiter steigen.

Weshalb ist Bitcoin Ihr Favorit unter den Krypto-Währungen?

Bitcoin ist innerhalb der Kryptowährungen heute schon der de-facto Standard für die „Store-of-Value“ Anwendung. Hier beträgt der Anteil von Bitcoin 99 Prozent. Sehr substantielle Netzwerkeffekte sorgen dafür, dass Newcomer keine Chance haben, Bitcoin diese Position streitig zu machen. Sollte Bitcoin auch außerhalb der Krypto-Welt sich zu einem de-facto Standard für Store of Value entwickeln, dann wird die Bitcoin Marktkapitalisierung einhundert oder zweihundert Billionen oder mehr überschreiten, der Bitcoin also einen Wert von 5 bis 10 Millionen Dollar erreichen. Das dauert sicher noch eine Weile, vielleicht 20 Jahre.



Dr. Alex von Frankenberg, Autor und Technologie-Experte, prägte als langjähriger Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds (HTGF) die europäische Start-up-Landschaft. Unter seiner Führung entwickelte sich der HTGF mit nahezu 800 Seed-Investments zum aktivsten Frühphasen-Investor Europas und verwaltet ein Fondsvolumen von 2 Milliarden Euro in fünf Fonds. Seine tiefgreifende Expertise in Technologie und Innovation baute er durch Positionen in der Siemens-Forschung, bei einem Company Builder sowie in der Strategie- und IT-Beratung auf. An der University of Texas at Austin absolvierte er sein MBA-Studium und promovierte anschließend an der Universität Mannheim über die Entstehung von de-facto Technologiestandards – ein Thema, das seine spätere Karriere prägen sollte. Seit vielen Jahren widmet er sich der Analyse disruptiver Technologien, Corporate Innovation und der Start-up-Ökonomie. Seine langjährige Forschung zu Netzwerkeffekten und technologischen Standards führte ihn zum Bitcoin-Ökosystem. Er sieht in Bitcoin das Potenzial, sich als de-facto Standard für digitale Wertspeicherung zu etablieren.

Sein Buch: „Bitcoin – Das ehrliche Geld

Warum wird die Eiskugel immer teurer? Warum kostet das Leben jedes Jahr mehr? Die schleichende Geldentwertung betrifft uns alle – doch es gibt eine Alternative. Alex v. Frankenberg nimmt sie mit auf eine Entdeckungsreise zu den Herausforderungen unseres Geldsystems. Mit lebensnahen Beispielen macht er deutlich, wie sich die kontinuierliche Entwertung unseres Geldes auf unseren Alltag auswirkt. Dabei eröffnet er eine faszinierende Perspektive: Bitcoin als möglicher Ausweg aus diesem System. Bitcoin vereint revolutionäre Technologie mit den Grundprinzipien eines stabilen Geldsystems. Ob als Wertspeicher, Zahlungsmittel oder digitales Investment – Bitcoin bietet vielfältige Möglichkeiten. Für den Autor steht dabei ein Aspekt im Zentrum: die kompromisslose Ehrlichkeit dieser Innovation. Ein aufschlussreicher Wegweiser für alle, die verstehen möchten, warum unser aktuelles Geldsystem ungerecht ist und welche Chancen Bitcoin bietet. Das Buch erscheint am 27. Mai 2025 (ISBN 978-3-949098-59-8).

Das ehrliche Geld
Das ehrliche Geld




Im 22. Krypto-Talk von DONNER & REUSCHEL und TiAM FundResearch sprach Dr. Alex von Frankenberg mit Carsten Mumm und Frank Kuhn. Hier gibt es die Aufzeichnung als Video:

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