„Dass der Goldpreis am 14. März einen neuen Höchstwert
erzielte, hatte in doppelter Hinsicht eine psychologische Wirkung. Zum einen
durchbrach er die wichtige Marke von 3.000 US-Dollar pro Unze. Zum anderen
erreichte er das neue Niveau in einem sehr schnellen Tempo: Der Goldpreis stieg
innerhalb von nur 210 Tagen von 2.500 US-Dollar auf 3.000 US-Dollar. Im
historischen Schnitt ist der Goldpreis in rund 1.700 Tagen um 500 US-Dollar
gestiegen,“ sagt Elisa Piscopiello, Senior ETF Analystin bei L&G (früher
bekannt als Legal & General Investment Management).
„Die konstante Nachfrage der Zentralbanken hat den Goldpreis
in den vergangenen Jahren strukturell gestützt. Innerhalb der letzten drei
Jahre haben die Zentralbanken zusammen jährlich über 1.000 Tonnen Gold gekauft
(Quelle: Bloomberg, Stand: 21. März 2025).
Auch dieses Jahr hat sich dieser Aufwärtstrend bislang
fortgesetzt, wobei die anhaltende politische Unsicherheit im Nahen Osten und
der Krieg in der Ukraine die Attraktivität von Gold als vermeintlich sicheren
Hafen noch verstärkt hat.
Die zunehmende Besorgnis über die wirtschaftlichen
Aussichten in den USA und die damit verbundene Erwartung eines schwächeren
Dollars kommen noch unterstützend hinzu. Der jüngste Stimmungsumschwung
aufgrund von Sorgen über die schwächelnde US-Wirtschaft, Handelsspannungen und
hohe Bewertungen der US-Tech-Titel spiegelt sich auch darin wider, dass sich
Anleger und Anlegerinnen deutlich aus US-Aktien zurückgezogen haben.
Goldminenaktien – hohes Gewinnwachstum
Wer nicht nur in Gold, sondern auch in Goldminenaktien
anlegen möchte, kann seine Annahmen zur Entwicklung des Goldpreises mit einer
Chance auf eine zusätzliche Risikoprämie für Aktientitel verbinden.
In der Vergangenheit haben die Aktien von
Goldminenunternehmen gezeigt, dass sie Veränderungen des Goldpreises
verstärken. Diese Tendenz hat sich im bisherigen Jahresverlauf gezeigt: Der
Spot-Goldpreis stieg um etwa 13 Prozent und der Global Gold Miners Index
verzeichnete einen Zuwachs von rund 30 Prozent (Quelle: Bloomberg, 24. März).
Dies zeigt, dass Goldminenunternehmen bei einem steigenden Goldpreis ein
überdurchschnittliches Gewinnwachstum verzeichnen können. Wenn der Goldpreis
fällt, kann sich diese Dynamik allerdings umkehren.
Mit Blick auf die zweite Hälfte des Jahres 2025 bewegen sich
die Gewinn- und Wachstumserwartungen von Goldminenunternehmen im zweistelligen
Bereich, was den Optimismus hinsichtlich einer anhaltenden Goldnachfrage
widerspiegelt.
Trotz des Tempos der jüngsten Goldgewinne sind wir der
Ansicht, dass die geopolitische Instabilität und die wirtschaftlichen
Unsicherheiten, sofern sie anhalten, und die Nachfrage der Zentralbanken die
längerfristigen Aussichten für Gold und Goldminenaktien unterstützen werden.“ (pg)
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